Projekt Soysambu Conservancy

Das Soysambu Conservancy liegt im Herzstück der Natur mitten in Kenia. Zwei Stunden von der Hauptstadt Nairobi entfernt leben über 12.000 Wildtiere zusammen mit Menschen und Zuchttieren. Zwischen wilden Tieren wie Büffeln, Hyänen und Tigern gibt es auch Giraffen, Zebras und viele verschiedene Arten von Vögeln, Affen und jede Menge Insekten. Ein Wild- und Waldgebiet so groß wie hunderte Fußballfelder und mittendrin wohnen und leben Menschen in kleinen Dörfern. Die Haupteinnahmequelle für diese ist die Agrarwirtschaft sowie die Haltung von Nutztieren wie Rindern, Ziegen oder Schafen.

Regelmäßig in der Saison brechen im riesigen Naturschutzgebiet Waldbrände aus. Aufgrund der verschiedenen Höhenverhältnisse und dichten Bewaldung werden die Brände oftmals spät erkannt. Eine Feuerwehr, die sofort zu Stelle ist, gibt es nicht. Im Notfall werden die Ranger, die sich hauptsächlich um den Tierschutz kümmern sollen, per Sirene und Telefonkette alarmiert.  Sie eilen zu Fuß, teilweise kilometerlang, zum Hauptquartier um dort ausgerüstet mit zwei Land-Rovern und sich darauf befindenden 1.000 Liter IBC Containern mit kleinen Pumpen und Gartenschläuchen zum Brandherd zu fahren. Das damit größere Brände weder verhindert noch aufgehalten werden können ist selbsterklärend. Auch die medizinische Versorgung im Reservat lässt zu wünschen übrig. Im gesamten Gebiet gibt es eine einzige Krankenschwester, die sich um alle medizinischen Notfälle und Angelegenheiten wie Impfungen und Erstversorgung der Bewohner kümmert. Doch auch hier sind leider die Mittel begrenzt und erste Hilfe ist für die meisten Bewohner ein Fremdwort.

Das European Fire und Rescue Support Team reiste vergangenes Jahr mit vier Ausbildern in zwei Gruppen in das Reservat, um die Ranger mit Materialien und Ausrüstung auszustatten und sie parallel dafür auszubilden. Ziel war es, den Umgang mit der Ausrüstung zu erlernen und diese effektiv einzusetzen. In vier Wochen haben die Ausbilder Grundlagen der ersten Hilfe mit den bereitgestellten Materialien geschult, sowie anschließend den Rangern die Brandbekämpfung nähergebracht. Dabei wurden Tätigkeiten wie Verbände Anlegen oder auch das Transportieren eines Schwerverletzten mittels verschiedener Tragesysteme geübt und die Sicherheit im Umgang mit der Ausrüstung gefestigt. Im Hinblick auf die Waldbrandsaison bildete auch die Brandbekämpfung einen Schwerpunkt der Ausbildung. Hierbei wurden die verwendeten Löschmittel kategorisiert und den Rangern der richtige Umgang mit ihnen beigebracht. Weiterhin wurden ihnen Feuerwehrtaktiken nähergebracht und viele praktische Übungen durchgeführt. Um die Chancen im Brandfall zu erhöhen, dass Feuer eindämmen zu können, wurden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kräften Feuerschneisen gebildet, um das Ausbreiten von Bränden zu unterbinden. Die begonnen Projekte wurden vor Abreise an die örtlichen Verantwortlichen übergeben und werden in regelmäßigen Abständen vom EST betreut und beraten.